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Auf allen Vieren durch das Berner Oberland

Eben war da noch ein kleines, blaues Fenster am Himmel zu sehen, durch das die Sonne gnadenlos ihre sengenden Strahlen herunter sandte. Jetzt trieb der Wind auf einmal dichte Nebelwolken gegen den Berg und über die Hochalm. Im Nu waren die Gipfel eingehüllt in weiße Zuckerwatte, die feinste Wassertröpfchen mit sich brachte. Graue, schwere Gewitterwolken folgten und brachten den ersehnten Regen mit sich.
Jetzt aber nichts wie raus und auf ein weiches, saugfähiges Moospolster liegen! Alle Viere von sich gestreckt den sanften, kühlen Nieselregen auf der nackten Haut genießen. Das war mein einziger Gedanke, und den setzte ich sofort in die Tat um. Was für ein berauschendes Gefühl, wenn die Nässe langsam in alle Poren eindringt und die schwarze Haut wieder geschmeidig und gleitfähig macht. Ja, so schön kann das Leben sein, wenn es regnet und man ist wie ich: ein Alpensalamander.
Ungewöhnlicher kann die Sichtweise wohl kaum sein, aus der eine Reportage die Bergwelt des Berner Oberlandes beschreibt. Diese jedenfalls sieht alles aus den Augen eines echten Einheimischen: des Alpensalamanders.


Ort:Startfrei Reinhold Wagner
Freiburg
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