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Unter Beduinen

Salama und Hischam schien die abendliche Kälte nichts auszumachen, die allmählich in die dünnen Kleider der beiden Urlauber an ihrer Seite kroch. Der Tee und das offene Feuer hielten die Beduinen innerlich und äußerlich warm. Salama lief ständig beschäftigt hin und her. Mal legte er Holz nach, mal füllte er Wasser in die Teekanne, die sich rasch leerte. Dann schaute er wieder nach den Kamelen, die hinter der einfachen Hütte lagerten. Es war erst kurz vor vier Uhr am Nachmittag, und doch war die Sonne bereits seit einer halben Stunde hinter dem Berg verschwunden, der sich „Gabel binnt“ – „Mädchenberg“ nannte. Im Nu war es dunkel geworden, und vom Meer her wehte eine frische Brise über den Strand.
Die beiden Urlaubsreisenden, die von den Beduinen zum Tee an deren Lagerfeuer eingeladen worden waren, rückten enger zusammen und deckten ihre Beine mit Decken zu, so gut es ging. Alle vier saßen sie auf Teppichen, die direkt auf dem groben Sand- und Kiesboden ausgerollt waren. Salama goss Beduinentee nach und fügte reichlich Zucker hinzu, bevor er umrührte. Unter seiner Tarcha, dem typischen Wickelkopftuch der Beduinen, sah man in seinem freundlichen Gesicht das warme Flackern des Feuers aufleuchten…


Ort:Startfrei Reinhold Wagner
Freiburg
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